Was junge Managerinnen bei der Altersvorsorge beachten sollten!

Mit der Karriere kommt Mangel an Zeit sich wirklich mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengetragen, die junge Managerinnen heute für Ihre Zukunft beachten sollten.

1. Warum privat vorsorgen ein MUSS ist!

Die gesetzliche Rente wird leider nicht ausreichen, daher kommt das Wort Rentenlücke. Vor allem für gutverdienende Frauen ist die Altersvorsorge in zweifacher Hinsicht wichtig. Zum einen folgt auf ein höheres Einkommen, eine höhere Versorgungslücke im Alter aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze.

Die Beitragsbemessungsgrenze sorgt dafür, dass bei einem Gehalt ab 82.800€ kein weiterer Euro in die gesetzliche Rentenversicherung fließt.

Zum anderen fallen die Rentenbeiträge für Frauen, infolge der unterschiedlichen Einkommensentwicklungen zwischen Männern und Frauen, deutlich geringer aus. Wer sich daher frühzeitig mit der Altersvorsorge befasst, wird in Zukunft sorgenfreier den neuen Lebensabschnitt genießen können.

Um im Alter 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens zu erhalten, muss beispielsweise bei einem Durchschnittsgehalt von 150.000€ zum Rentenalter ein Betrag von 8.750€ brutto zur Verfügung stehen. Die Rentenversicherung stellt lediglich 3.053€ brutto bereit.

Das entspricht einer Lücke von 5.697€ (65%). Gutverdienende Frauen, die die Bemessungsgrenze überschreiten und damit fast die geltende Höchstrente von 3.053€ beziehen, stehen daher einer sehr hohen Versorgungslücke gegenüber. Die zusätzliche private Vorsorge durch Rentenversicherungen und Investmentanlagen ist daher für Frauen mit hohen Einkünften unabdingbar.

2. Die passende Alternative auswählen!

Prüfen Sie, welche Alternative für Sie passend ist. Es gibt zwei Stränge der privaten Altersvorsorge: Einmal die staatlich geförderte Altersvorsorge und einmal die private flexible Altersvorsorge. Beide Stränge haben Vor- und Nachteile.

Die staatlich geförderte Altersvorsorge

Zu der privaten staatlich geförderten Altersvorsorge zählen die Riester- und die Rüruprente (Basisrente).  Diese private Altersvorsorge fördert der Staat durch Zulagen und Sonderausgabenabzug seit 2002.
Gefördert werden diese Varianten einmal durch die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug sowie durch eine Altersvorsorgezulage. Der Erhalt der Zulagen in der Riester-Rente in voller Höhe ist dabei an die Einzahlung des Mindestbeitrags gebunden. Der Mindestbeitrag beträgt seit 2008 vier Prozent der rentenversicherungspflichtigen, NICHT der sozialversicherungspflichtigen, Einnahmen des Vorjahres minus der individuellen Zulagenansprüche (Grundzulage beziehungsweise Kinderzulage).

Die Zulage der Riester-Rente beläuft sich auf 175€ pro Jahr und für Kinder (ab 2008 geboren) auf 300€ pro Kind pro Jahr.

Der Kinderzulagenanspruch besteht für jedes Kind, wenn der Kindergeldempfänger im Kalenderjahr mindestens für einen Monat Kindergeld bezogen hat. Anders als bei der Riester-Rente gibt es bei der Rürup-Rente keinerlei Zulagen, hier gilt lediglich der Steuervorteil.

Nachteile der staatlich geförderten Altersvorsorge:

  • In der Auszahlungsphase wird die Rente voll versteuert.
  • Die Verträge sind in der Regel sehr komplex und die Kosten unklar.
  • Meistens wird die Versicherung fondsgebunden angeboten, sodass sich die Rendite kaum bestimmen lässt.
  • In einer Summe auszahlbar sind lediglich 30 Prozent des Leistungsanspruches. Bei der Rürup Rente haben Sie nicht Möglichkeit den Betrag auf einen Schlag auszahlen zu lassen sondern müssen ihn als Rente beziehen.
  • Die Verträge sind weder übertragbar noch können sie verschenkt oder beliehen werden.
  • Eine Kündigung ist genauso ausgeschlossen, wie eine Auszahlung des Rückkaufswerts. Allerdings besteht die Möglichkeit, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Vertragsberechnungen in der Regel auf einer sehr hohen Lebenserwartung beruhen, lohnt sich die Rentenversicherung nur, wenn der Versicherungsnehmer ein sehr hohes Alter erreicht. Ansonsten liegt die Summe der Einzahlungen deutlich über der Summe der Auszahlungen.

Die flexible private Altersvorsorge

Zu der privaten flexiblen Altersvorsorge zählen einmal die klassische Renten- und Lebensversicherung sowie der Fondssparplan. Da sich aufgrund der niedrigen Zinsen aktuell klassische Renten- Lebensversicherungsprodukte nicht lohnen, gehen wir einmal auf den Fondssparplan ein.

Der individuelle Sparplan hat den Vorteil, dass es komplett flexibel ist und unabhängig von Einkommen, Kindern und Laufzeiten und daher jederzeit gekündigt, übertragen, gestoppt und an Ihre Lebensverhältnisse (Sparraten) angepasst werden können.

Bei einem individuellen Fondssparplan legt man einen kleinen Anteil seines Nettolohns in Fonds an jeden Monat. Hier bieten sich ETFs (sog. Exchange Traded Funds) an, da diese häufig geringere Kosten haben als aktive Fonds.

Fonds haben den Vorteil der Diversifikation also Risikostreuung bei kleinerem Budget als bei Einzeltiteln. Wenn Sie das gleiche Geld in Einzeltitel investieren, bräuchten Sie, um das Risiko zu minimieren, wesentlich mehr Geld als mit Fondsanteilen. Hiermit erwerben Sie für weniger Geld einen Anteil an einem Topf von Aktien. Und müssen sich nicht um die Auswahl der Einzeltitel sorgen, sondern können gleich einen ganzen Markt, Thema, Assetklasse abbilden.

Die Nachteile der privaten flexiblen Altersvorsorge:

  • Bei einem späteren Verkauf der Anteile muss der Sparer Kapitalertragssteuer in Höhe von 25% zahlen
  • Es gibt hier keine staatliche Förderung

3. Wieso Sie so schnell wie möglich starten sollten!

Je eher Sie anfangen Geld zurückzulegen, umso eher können Sie vom Zinseszinseffekt profitieren.

Die Wertentwicklung von Aktien und Spareinlagen spricht für die Aktien. Vergleicht man beispielsweise die Renditen beider Anlageformen im Zeitraum von 2007 bis 2017, liegen die der Aktien bei einer ausreichend langen Anlagedauer durchweg oberhalb derer von Spareinlagen. Während Spareinlagen eine Rendite von 1,1 % erzielen, weisen Aktien im Deutschen Aktienindex DAX durchschnittlich 4,8 % auf – obwohl in diesen Zeitraum sogar die Weltfinanzkrise fällt und für schwache Kurse sorgte. (Angenommen werden Jahresdurchschnittswerte von Einlagen auf Sparkonten von Kreditinstituten, die der unbefristeten Geldanlage dienen und nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt sind.) Die höheren Renditen überzeugen immer mehr Sparer, ihr Geld in Wertpapiere zu investieren.

Obacht: Zinseszinseffekt

Nun mag sich der Unterschied von 4,8 % zu 1,1 % im ersten Moment nicht dramatisch anhören. Durch den Zinseszinseffekt jedoch vergrößert sich dieser Unterschied mit jedem weiteren Jahr, in dem die Anlagen getätigt werden. So ergibt sich in der Folge für den hier betrachteten Zeitraum von zehn Jahren ein ganz beachtlicher Unterschied: Eine Anlage von 10.000 Euro in Spareinlagen hätte einen Gewinn von 1.156 Euro ergeben, wohingegen der Zugewinn in diesem Zeitraum bei Aktien im DAX mit 5.981 Euro deutlich höher ausfällt. Ganz praktisch entspricht das beispielsweise der Möglichkeit, entweder eine Flusskreuzfahrt auf der Donau zu unternehmen oder aber sich eine ausgiebige Kreuzfahrt in der Karibik leisten zu können.

Zinseszinseffekt am Beispiel Kreuzfahrt

Nun erlauben historische Renditevergleiche keine sicheren Aussagen über zukünftige Entwicklungen. Und auch wenn der oben gewählte Zeitraum von 2007 bis 2017 trotz der hierin liegenden Finanzmarktkrise keine Ausnahme sondern die Regel ist – nämlich dass in den vergangenen 50 Jahren über eine beliebige Anlagedauer von zehn Jahren Aktienanlagen besser als Spareinlagen abgeschnitten haben – lassen sich hieraus keine absoluten Gewissheiten für die Zukunft ableiten. Genauso ist aber auch festzustellen, dass es den risikolosen Zins nicht mehr gibt – schon gar nicht im Sinne einer Realverzinsung.

Das heißt wer über einen langen Zeitraum vom Zinseszinseffekt profitieren möchte, muss heute starten!

Denn je länger man in Aktien investiert, umso eher kann man Schwankungen aushalten.

4. Die Mischung macht’s!

Generell gilt sich so breit wie möglich aufzustellen, um das Risiko zu minimieren. Das gilt nicht nur bei der Einzeltitelauswahl, sondern auch bei der Auswahl der Anbieter. Verschiedene Anbieter, verschiedene Assetklassen und verschiedene Regionen reduzieren das Risiko. Das kann man ganz leicht erklären:

Das Prinzip der Diversifikation bedeutet, dass man durch ein breit gestreutes Investment in Aktien aus unterschiedlichen Branchen das Risiko weitaus besser minimiert als mit Investments in Einzeltitel aus nur einer Branche, die dann aber nicht floriert. Diese Streuung oder auch Diversifikation reduziert das Risiko und sorgt für weniger Verluste im Depot.

5. Was sind jetzt die nächsten Schritte?

Erfolg im Beruf kommt nicht von Nichts und der anspruchsvolle Job inklusive der Zeitfresser während des Arbeitstages nimmt die meiste Zeit in der Woche in Anspruch. Die Freizeit, Freunde und Familie kommen im Alltag auch zu kurz. Sich dann zusätzlich noch mit der Rente zu beschäftigten, erscheint den Meisten gar unmöglich. Viele zögern, wenn es um das Thema Altersvorsorge geht und schenken dem lange keine Beachtung. Doch Zeit ist bekanntlich Geld. Schon ein paar Stunden im Jahr reichen aus, um das Thema Altersvorsorge für sich zu ordnen. In England gewährt man beispielsweise einen freien Urlaubstag, nur um sich um die persönlichen Steuern, Versicherungen und Renten zu kümmern. Diesem Beispiel kann man folgen. Es reicht einen Sonntag, ein Feiertag unter der Woche oder sogar einen Urlaubstag im Jahr, am besten im Winter, um sich über die Möglichkeiten und Chancen zu informieren. Eine erste Hilfestellung möchten wir hiermit bieten.

Weitere Möglichkeiten für eine private Altersvorsorge

Neben den klassischen privaten Rentenversicherung gibt es durchaus noch andere Varianten einer finanziellen Absicherung für das Alter. So ist der Erwerb einer Immobilie nicht nur vorteilhaft sondern gerade bei Gutverdiener gut umsetzbar. Eine Wohnung lässt sich entweder selbst nutzen, um die Miete zu sparen oder ähnlich einer Gewerbeimmobilie vermieten, um Einnahmen zu generieren. Der Vorteil liegt darin, dass Immobilien in der Regel im Wert steigen und ein Wertverlust eher unwahrscheinlich ist. Als nachteilig kann sich die langfristige Kapitalbindung erweisen.

Fazit zur privaten Altersvorsorge

Viele wünschen sich nach der erfolgreichen Karriere und/oder Gründung der Familie das Leben weiterhin in Zügen zu genießen. Dieser neue Lebensabschnitt bietet Möglichkeiten und vor allem viel Zeit seinen anderen unerfüllten Träumen nachzugehen; vielleicht einmal die Welt bereisen, noch einmal studieren, einer Leidenschaft nachgehen oder sich einfach an einem gehobenen Lebensstandard erfreuen. Seinem Leben dem Erfolg zu widmen und am Ende diesen nicht zu genießen, erscheint unsachgemäß. Daher sollte man frühzeitig auch an die Zukunft denken.
Folgende erste Schritte können Sie bereits erledigen:

  • den Betrag ermitteln, den Sie sich im Alter wünschen
  • heute einen Tag im Jahr festsetzen an dem Sie sich mit Ihrer Altersvorsorge befassen
  • herausfinden, welche Varianten für Sie geeignet sind und welchen Betrag Sie hinterlegen möchten

Die Aussichten für einkommensstarke Frauen auf eine gesetzliche Rente, die den Lebensstandard unterstützt, sind nicht rosig.

Dabei stehen vermögenden Frauen viele Möglichkeiten zur Verfügung ihr Einkommen vorteilhaft zu nutzen. Wieso also länger warten und das Thema Altersvorsorge auf die lange Bank schieben? Sie werden sehen – es lohnt sich!

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