Die 10 wichtigsten Grundsätze für die Geldanlage

Geldanlegen heißt mehr als das Vermögen auf einem Sparbuch zu parken. Es geht dabei um Ziele, Risiko und Zeit. Doch worauf müssen Anleger achten? Folgende Grundregeln sollten sie beachten.

Die Suche nach der passenden Geldanlage ist nicht leicht: Rasch geht zwischen Aktien, Anleihen und Fonds die Übersicht verloren. Was ist für mich als Anleger am besten geeignet? Welche Strategie hilft mir, langfristig eine ordentliche Rendite zu erzielen? Wie schaffe ich den Spagat zwischen Risiko und Ertrag?

Die 10 wichtigsten Grundsätze rund um die persönlichen Finanzen

1. Ziele für die Geldanlage stecken

Soll die private Altersvorsorge gesichert werden? Geht es um einen lang gehegten Wunsch, beispielsweise eine Weltreise? Oder gibt es den Traum von einer bestimmten Immobilie? Das Anlageziel beeinflusst nicht nur die Zielrendite, sondern auch den Anlagehorizont und die Risikotragfähigkeit. Ein Anleger, der Anfang 30 ist und sein Geld für die private Altersvorsorge anlegen möchte, hat einen sehr langen Anlagehorizont und kann deswegen zwischenzeitliche Verluste leichter aussitzen. Soll das Geld für den Kauf einer Immobilie in fünf Jahren nur geparkt werden, dann können zwischenzeitliche Verluste dieses Ziel gefährden.

2. Eigenes Wissen richtig einschätzen

Was weiß ich über den Finanzmarkt? Kenne ich mich mit Faktoren wie Zinsen, Dividende, Rendite und Währungen aus? Wovon hängt der Preis einer Aktie ab und wie kann ich Wertpapiere überhaupt an der Börse handeln? Wer eigenständig am Kapitalmarkt investieren möchte, braucht entsprechendes Know-how und Zeit. Denn wer sich mit dem Kapitalmarkt, seinen Funktionen und den unterschiedlichen Wertpapieren vertraut macht, tut sich nicht nur leichter, Anlagemöglichkeiten gegeneinander abzuwägen, sondern ist wahrscheinlich auch erfolgreicher. Ist ein ausgeprägtes Finanzwissen nicht vorhanden, kann man die Anlageentscheidung auch an Experten delegieren.

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3. Rendite, Risiko und Liquidität

Kein Risiko, hohe Liquidität, aber dennoch hohe Erträge? Das passt leider nicht zusammen. Wer eine hohe Rendite bei hoher Liquidität (kurzfristige Verfügbarkeit des investierten Vermögens) erreichen möchte, muss dafür auch ein hohes Risiko in Kauf nehmen. Tagesgeld ist hoch liquide, hat ein niedriges Risiko, bringt aber kaum Rendite. Die Lebensversicherung war zu Zeiten höherer Zinsen einmal das klassische Produkt, um Rendite und Sicherheit zu vereinen. Liquide war sie nicht. Aktien hingegen sind liquide, haben eine hohe erwartetet Rendite aber auch ein hohes Risiko. Bei der Geldanlage gilt es deswegen für den Anleger einen Kompromiss zu finden, der die eigenen Bedürfnisse bestmöglich abbildet.

 

4. Das eigene Risikoprofil beachten

Das Risiko einer Geldanlage beschreibt die Möglichkeit, dass das investierte Vermögen zwischenzeitliche oder auch dauerhafte Verluste erleiden kann. Die persönliche Risikobereitschaft hängt von der subjektiven Wahrnehmung ab und ist im Laufe des Lebens relativ stabil. Die Risikotragfähigkeit ergibt sich hingegen aus der persönlichen finanziellen Lebenssituation und kann sich im Laufe des Lebens verändern. Anleger neigen dazu, ihre Risikobereitschaft zu überschätzen. Oft weil das Risiko in Form von Verlusten zu abstrakt ist. Erfahrungen – auch mit unruhigeren Marktphasen – hilft hier. Ansonsten gilt es ehrlich zu sich selbst zu sein, denn Ziel der Geldanlage können keine schlaflosen Nächte sein.

 

5. Je länger der Anlagehorizont, desto besser

Verluste in Ihrem Portfolio sind besonders belastend, wenn Sie kurzfristig Kapital benötigen. Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto besser können Sie zwischenzeitliche Verluste auch mal ausgleichen. Grundsätzlich gilt: Bei riskanteren Investments wie zum Beispiel Aktien sollte der Anlagehorizont mindestens fünf Jahre betragen.

6. Nervenstärke

An den Finanzmärkten geht es im Laufe der Zeit mal hinauf, mal wieder hinunter. Anleger neigen dazu, sich stärker darauf zu fokussieren, Verluste zu vermeiden, als entsprechende Gewinnchancen wahrzunehmen. Das führt dazu, dass sie zu schnell verkaufen, wenn der Markt unruhig wird. Dabei zeigt der Blick auf viele große Aktienindizes, dass es sich langfristig lohnt, die Nerven zu behalten und nicht beim ersten Anzeichen von Kursrückgängen die gesamte Strategie über Bord zu werfen.

7. Ausschüttungen oder nicht?

Werden die erzielten Gewinne regelmäßig ausbezahlt oder werden sie erneut investiert? Das ist eine wichtige Unterscheidung vor allem bei Aktien und Fonds. Bei Aktien können die Gewinne der Unternehmen durch Dividenden an den Anleger ausgeschüttet werden. Behält das Unternehmen die Gewinne, kann es sie aber für Investitionen oder Tilgung von Schulden nutzen. Ausschüttende Fonds zahlen ebenfalls Dividenden, aber auch Zinsauszahlungen aus Anleihen an die Anleger aus. Sogenannte thesaurierende Fonds reinvestieren sie hingegen und steigern damit das Anlagevermögen. Je nach gewähltem Anlageziel kann das Eine oder das Andere Sinn ergeben. Wer langfristig einen Aufbau seines Vermögens anstrebt, wird auf laufende Erträge eher verzichten, um so den Zinsenszinseffekt für sich zu nutzen. Wer laufende Erträge benötigt, um damit auch monatliche Ausgaben decken zu können, wird eher auf dividendenstarke Aktien und ausschüttende Fonds setzen.

8. Risiko streuen

„Lege nicht alle Einer in einen Korb“, heißt eine bekannte Börsenweisheit, die aus der von dem Nobel-Preisträger Henry Markowitz geprägten modernen Portfoliotheorie stammt. Darin zeigt er, dass das Risiko in einem Portfolio aufgrund von Korrelationen zwischen Anlageklassen und -titeln reduziert werden kann, ohne die Rendite zu schmälern. Deswegen gilt: Das Vermögen sollte über viele Anlageklassen und Märkte breit gestreut werden, um das Risiko im Portfolio zu reduzieren.


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9. Emotionen vermeiden

Emotionen sollten bei der Geldanlage keine Rolle spielen. Wenn man ein Auto von Volkswagen (VW) fährt, muss das nicht heißen, dass es sinnvoll ist auch die Aktien des Unternehmens zu kaufen. Dennoch investieren viele Anleger überproportional in ihnen bekannte Anlagen oder Wertpapiere, die aus ihrem Heimatland stammen. Doch Grundlage eines Geschäfts sollte immer eine rationale, analytische Bewertung sein, die persönliche Vorlieben unbeachtet lässt.

10. Kosten der Geldanlage beachten

Bei den Faktoren Risiko, Rendite und Liquidität vergessen Anleger oft die Kosten: Sie können die Performance eines jeden Investments aber erheblich reduzieren. Dazu gehören bei Wertpapiergeschäften unter anderem Gebühren, Transaktionskosten, Aufschläge oder Provisionen. Seit Anfang 2018 müssen Banken ihre gesamten Kosten im Detail offenlegen. Das heißt auch die Kosten, die nicht direkt auf dem Preisetikett zu finden sind wie Transaktions- oder Währungsumrechnungskosten. Für den Anleger erhöht sich die Transparenz, Angebote lassen sich besser vergleichen. Denn entscheidend ist die Rendite nach und nicht vor Kosten. Die Digitalisierung erhöht den Druck zudem auf die Anbieter von Finanzprodukten – digitale Prozesse und ein hoher Automatisierungsgrad führen zu einem immer breiteren Angebot zu niedrigeren Kosten. Das ist gut für den Anleger!

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Autor: Dr. Christian Jasperneite, Chief Investment Officer

Dr. Christian Jasperneite studierte an der Universität Passau VWL und promovierte anschließend an der Universität Passau am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University begann er im Jahr 2000 als Analyst im Makro-Research von M.M.Warburg & CO. Seit Anfang 2009 ist Dr. Jasperneite Chief Investment Officer bei M.M.Warburg & CO und verantwortet dort u.a. Fragen der strategischen und taktischen Allokation sowie der Portfoliokonstruktion und der Produktentwicklung.

 

Bild: Liderina © istockphoto.com

 

Foto: MicroStockHub ©istockphoto.com