Sparschwein

Warum das Sparbuch nicht mehr funktioniert?

Der Anteil der Deutschen, die Aktien besitzen, beträgt nur 6%. Die Menschen lassen ihr Geld hierzulande immer noch auf den Sparbüchern liegen. Wer heutzutage eine ordentliche Rendite erzielen möchte, kommt um riskantere Anlageprodukte, insbesondere Aktien, jedoch nicht herum.

Jeder kennt das Sparbuch – diese ehemals kleinen roten oder blauen Büchlein, auf die man nach Belieben Geld einzahlen konnte, Zinsen auf den eingezahlten Betrag erhielt und pro Monat über 2.000 Euro verfügen konnte. Vor allem eins macht ein Sparbuch aus: Es ist sicher, risikolos – man kann sein Geld nicht verlieren.

In der aktuellen Niedrigzinsphase ist es jedoch fraglich, ob das Sparbuch – aber auch Anlagen in Tages- und Festgeld – noch geeignete Mittel zum Vermögensaufbau bleiben. Sogar der Vermögenserhalt kann zum jetzigen Zeitpunkt in Frage gestellt werden, gibt es doch nur eine Verzinsung von bestenfalls 0,3% oder im schlechtesten Fall 0,0%. Betrachtet man in diesem Zusammenhang auch noch die inzwischen wieder gestiegene Inflationsrate in Höhe von 1,9% (Stand: Mai 2018) wird das Geld auf dem Sparbuch real eher weniger als mehr. Man kann sein Geld auf dem Sparbuch also doch verlieren!

Warum Aktien für die Rendite ins Portfolio gehören!

Auch die Zukunft des Sparbuchs bzw. Spareinlagen generell sieht nicht rosig aus: Die Inflationsprognose der Europäischen Zentralbank (EZB) für das Jahr 2019 liegt derzeit bei 1,7%. Das ist weit weg von dem avisierten Ziel der EZB in Höhe von 2,0%. Zudem spricht auch die Schuldensituation in Italien und anderen europäischen Staaten dafür, dass die EZB allzu bald kein Interesse daran haben dürfte, die Zinsen zu erhöhen. Dementsprechend dürften die Zinsen vorerst noch auf niedrigem Niveau verharren.

Das Sparbuch hat heute für den Vermögensaufbau höchstens noch nostalgischen Wert. Andere risikolose Anlagemöglichkeiten wie zum Beispiel Bundesanleihen bringen im aktuellen Zinsumfeld ebenfalls fast keine oder eine negative Rendite. Wer heutzutage auskömmliche Renditen erzielen möchte, kommt um riskantere Anlageprodukte, insbesondere Aktien, nicht herum – wie auch folgende Grafik veranschaulicht. Neben Aktien können aber auch Staatsanleihen von Schwellenländern, Unternehmensanleihen oder Hochzinsanleihen attraktive Anlagemöglichkeiten sein.

Vergleich von Rendite-Risikoverhältnis verschiedener Anlageklassen früher und heute vor dem Hintergrund der NIedrigzinspolitik der EZB

Anleger werden durch die Notenbanken zu höheren Risiken gedrängt, wenn sie ähnliche Erträge wie zuvor erreichen wollen. Mit vergleichsweise sicheren Anleihen lässt sich nicht einmal mehr die Inflation ausgleichen.

Wie wählt man das richtige Wertpapier aus?

Doch wie soll man aus dem bunten Strauß das richtige Investment auswählen, das dann auch das gewünschte Rendite-Risiko-Verhältnis hat? Woher soll man wissen, ob eine portugiesische oder irische Staatsanleihe oder dann doch eine Siemens-Aktie besser ist? Statt als Einzelinvestment eine einzige Anleihe oder Aktie zu kaufen, kann der Anleger auch in einen Fonds investieren. Fonds investieren in viele Aktien oder Anleihen und streuen damit das Einzelrisiko. Zudem sucht bei einem aktiv gemanagten Fonds der Fondsmanager die Einzeltitel für den Kunden aus, während bei einem passiven Fonds bzw. Exchange Traded Fonds (ETF) ein Leitindex nachgebildet wird. Die Idee klingt auf den ersten Blick nicht schlecht. Vor dem Hintergrund, dass es Ende 2017 weltweit allein 39.657 reine Aktienfonds am Markt gab, ist das Problem mit der Suche nach der richtigen Anlagemöglichkeit nicht wirklich viel lösbarer geworden. Natürlich kann man diese Zahl jetzt einschränken: Nicht jeder Fonds ist in Deutschland zugelassen, man möchte vielleicht nur in europäische Aktientitel investieren, mit Schwerpunkt in der Industrie usw. Im Endeffekt bleibt die Entscheidung, warum der eine Fonds besser ist als der andere, trotzdem schwierig.

Warum eine aktive Vermögensverwaltung sinnvoll ist

Zudem gilt es, nicht nur die richtigen Produkte auszuwählen, sondern auch das Portfolio laufend anzupassen. Weder muss es sinnvoll sein, jederzeit hundertprozentig in Aktien investiert zu sein, noch in Anleihen. Während ein Investor in einer konjunkturellen Schwächephase eher in sichere Staats- und Unternehmensanleihen investieren sollte, kann in einer Aufschwungphase je nach wirtschaftlicher Lage ein Investment in europäische Akten chancenreicher sein als in US-amerikanische. Ein erfolgreicher Anleger muss deshalb auf der einen Seite die Chancen und auf der anderen Seite die Risiken im Blick haben. Das Rendite-Risikoverhältnis von Portfolien ist eine veränderliche Größe. Im Aufschwung gilt die klassische Devise, dass mehr Risiko tendenziell zu mehr Rendite führt. Im Abschwung hingegen müssen die Portfoliorisiken möglichst stark reduziert werden, um noch eine positive Wertentwicklung zu erzielen. Hier geht es vorrangig um den Erhalt des Kapitals. Die taktische Allokation ist daher ein zentrales Element der Risikosteuerung.

Für ein erfolgreiches Portfoliomanagement ist neben einem umfangreichen Know-how zu Kapitalmärkten deshalb viel Zeit notwendig. Einerseits, um vielversprechende Wertpapiere mit einem guten Ertrags- und Risikoprofil zu finden und andererseits, um Märkte und vor allem Risiken zu überwachen sowie auf Neuigkeiten bzw. unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. Das ist für den privaten Anleger oft nicht (erfolgreich) möglich. Ein professionelles Portfoliomanagement besteht dagegen aus Volkswirten, Unternehmensanalysten, Risikomanagern und Mathematikern, die täglich tausende von Daten analysieren. So muss der Kunde sich um nichts mehr kümmern. (Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Was ist eine Vermögensverwaltung?).

Fazit

Durch das Investment in Aktien und andere Anlageklassen profitieren Anleger von den Chancen am Kapitalmarkt, was insbesondere in der derzeitigen Niedrigzinsphase fast schon zwingend nötig ist, wenn man nach Inflation keine Vermögensverluste hinnehmen möchte. Ein professionelles Portfoliomanagement nimmt dem Anleger die schwierigen Entscheidungen der Geldanlage ab. Und bei Warburg Navigator können Sie das ganze sogar noch digital machen – ohne Gang in die Filiale, ohne Papierkram und ohne rotes oder blaues Büchlein.

 

Autorin: Bente Lorenzen

Bente Lorenzen studierte Betriebswirtschaftslehre an der Wilhelms-Universität in Münster mit dem Schwerpunkt Finance (M.Sc.). Nach Praktika bei Ernst & Young und der UniCredit AG begann sie 2015 als Trainee bei M.M.Warburg & CO. Seit Ende 2016 verstärkt sie das Investmentoffice Team und ist dort für die Konzeption und Entwicklung der digitalen Vermögensverwaltung verantwortlich.