Coach Kerstin Cieslik-Pfeifer: „Wer Erfolg haben will, braucht mehr als eine Work-Life-Balance“

Alle sprechen von Work-Life-Balance. Kerstin Cieslik-Pfeifer spricht bewusst von Life-Work-Balance. Die Gründerin des gleichnamigen Instituts verrät im Interview, wie Führungskräfte ihr Leben ins Gleichgewicht bringen können und warum dies für einen nachhaltigen Erfolg so wichtig ist.

Frau Cieslik-Pfeifer, Sie haben 2010 das Life Work Balance Institut gegründet. Was genau bieten Sie an?

Das Institut bietet Coachings für nachhaltigen Erfolg durch Persönlichkeitsentwicklung, speziell für Führungskräfte. Unter dem Begriff Life-Work-Balance verstehen wir mehr als die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr als ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. Nur wer in allen Lebensbereichen in Balance ist, ist zufriedener, erfolgreicher und leistungsfähiger und kann so andere Menschen motivieren und mitnehmen.

Die Weiterentwicklung persönlicher Werte und Motive auf dessen dann die drei Lebenssäulen Beruf, Beziehungen und Gesundheit ausgerichtet werden, ist für uns der entscheidende Faktor, um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu steigern. Darum stellen wir bewusst den Begriff Life nach vorne und sprechen nicht von Work-Life-Balance. Der Mensch steht im Fokus, nicht allein die Arbeit.

Wie kamen Sie auf die Idee ein derartiges Institut zu gründen?

Ich war damals als Führungskraft bei einem globalen Unternehmen für die Führungskräfteentwicklung zuständig. Dort durfte ich im Rahmen eines Karriere-Assessments selbst gestandenen Kollegen Feedback zu ihren sozialen Kompetenzen geben. Dabei ist mir zunehmend aufgefallen, in welchem großen Spannungsfeld sich viele Führungskräfte befanden und wie ihr Handeln oftmals einseitig auf nur eine Säule, die Arbeitssäule, ausgerichtet war. Ihr Fokus richtete sich vorrangig auf den Bereich Arbeit – und alles andere, wie Gesundheit, Familie und Freizeit, einschließlich ihrer eigenen Werte und Bedürfnisse wurden oftmals hintenangestellt bzw. „passend“ gemacht. Für mich kam zunehmend die Frage auf, wie nachhaltiger Erfolg, der die ganze Persönlichkeit erfasst, aussieht und welche Faktoren hierfür entscheidend sind. Dies war der Anfang des Life-Work-Balance-Ansatzes, der mittlerweile eine 4-stufige Persönlichkeitsanalyse umfasst, gefolgt von einem individuellen Aktionsplan zur Ausrichtung der Lebenssäulen. Analog zum Hausbau stellt die Persönlichkeit das zentrale Fundament für die Lebenssäulen dar.

 

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Warum stehen gerade Führungskräfte vor der Herausforderung, ihre Lebensbereiche in Balance zu bringen?

Wir leben in einer Gesellschaft, in der versucht wird, alles passend zu machen – etwa durch die sogenannte . Da bleibt der Mensch hinter der Führungskraft auf der Strecke und es artet in Stress aus. Wenn mit dem Alter die eigenen Ansprüche an die Arbeit durch Aufstieg steigen und eine eigene Familie hinzukommt, kommt es häufig zu Konflikten bzw. zu Spannungsfeldern. Hier ist es umso wichtiger, die eigenen Bedürfnisse zu kennen, um die eigenen Ressourcen entsprechend managen zu können.

Und genau das kann man lernen. Wir haben durch unser sogenanntes Bauchgefühl einen sehr guten Kompass dafür, ob sich etwas gut oder schlecht anfühlt. Ob etwas authentisch ist, und in die richtige Richtung läuft oder nicht. Wer gelernt hat, auf sich zu hören, erreicht eine ganzheitliche Erfolgsbalance. Er kennt seine Werte, Motive und Bedürfnisse und kann diese in allen Lebensbereichen – von der Freizeit über die Arbeit bis hin zur Gesundheit – als Kompass der Orientierung für sich und im Umgang mit anderen nutzen. So beugt der Mensch Krankheiten wie Burnout vor und ist letztendlich eine gute Führungskraft. Die beste Führungskraft ist die, die sich selbst kennt. Und genau da setzt mein Coaching an – bei der Selbstreflexion.

Also haben auch gängige Weisheiten, wie jene, Arbeit und Privatleben strikt zu trennen, ausgedient?

Die Balance und der Schlüssel zum ganzheitlichen Erfolg sind sehr individuell. Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Beispielsweise kam kürzlich ein Manager in das Institut, dessen Frau ihm unterstellt hat, ein Workaholic zu sein, weil er samstags zwei Stunden arbeitete. Allerdings hat er dafür immer freitags früher Feierabend gemacht. Für ihn war das so völlig in Ordnung, sein Leben und die Arbeit in Balance. Deswegen ist jemand ja noch lange kein Workaholic. Der Mann war mit sich und seiner persönlichen Erfolgsbalance im Reinen, deshalb gab es auch nichts zu optimieren. Hier ging es dann, wie bei so vielen Faktoren, eher um die „Erziehung“ des Umfelds.

Haben auch Sie Experten an Ihrer Seite?

Kerstin Cieslik-Pfeifer, Gründerin des Life-Work-Balance-Instituts im Interview

Selbstverständlich habe auch ich mein Expertenteam, auf das ich beispielsweise bei betriebswirtschaftlichen Fragestellungen zurückgreife. Wenn ich weiß, wer ich bin, kenne ich auch meine Grenzen. Deswegen ist Delegieren auch so wichtig. Das zu lernen ist einer der zentralen Bausteine des Life-Work-Balance-Coachings. Es geht immer auch um Authentizität und sich treu zu sein. Als ich etwa das Life Work Balance Institut gegründet habe, riet mir mein Gründungsberater nach Frankfurt-West zu ziehen. Ich wollte aber lieber in die Natur ziehen und wusste, das passt besser zu mir. Daraufhin habe ich meine Unternehmensstrategie mit meinen Lebenssäulen in Einklang gebracht. Die richtige Entscheidung.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Cieslik-Pfeifer.

Womit der Börsenprofi Warren Buffett vermögend wurde, können Sie in diesem Artikel nachlesen. 

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